Gefühle und Emotionen unterdrücken

Warum wir Emotionen und Gefühle unterdrücken, die Folgen dessen und welche Strategien wir nutzen, um Gefühle zu unterdrücken.

Wie eine Studie in zwischen belegt, kann Gefühle zu unterdrücken Beschwerden und Krankheiten auslösen, so dass es durchaus Sinn macht, sich mit seinen Emotionen zu befassen, insbesondere wenn man an therapieresistenten Beschwerden leidet.

Warum wir Emotionen und Gefühle unterdrücken

Wir wurden erzogen, dass Emotionen fühlen nicht gut ist

Aufgrund unserer Erziehung lernen wir als Kinder, dass das Fühlen von bestimmten Emotionen und Gefühlen nicht erwünscht ist:

  • Heul doch nicht!
  • Das ist doch nicht so schlimm.
  • Hab keine Angst.
  • Sei kein Angsthase.
  • Ein Indianer kennt keinen Schmerz.
  • Du bist doch schon ein großer Junge.
  • Jungs weinen nicht.

Diese oder ähnliche Sätze, haben viele von uns als Kinder gehört. Wir entwickelten Glaubenssätze in Bezug auf das Fühlen von Emotionen wie z.B.:

  • ich darf/kann keine Angst haben
  • ich darf nicht wütend werden
  • ich darf nicht traurig sein
  • weinen ist Schwäche
  • ich darf keine Schwäche zeigen
  • wenn ich das fühle, sterbe ich
  • und viele andere

Dieser Prozess läuft unbewusst ab, wir entwickeln oft Angst die Emotionen zu fühlen, insbesondere die tiefen Emotionen wie Wut, Angst, Trauer oder Scham. Diese Emotionen werden zu einer „No-Go-Zone“. Wir fangen an diese Emotionen und Gefühle zu unterdrücken.

Gefühle unterdrücken - aus Angst fühlen zu müssen

Beim Beobachten kleiner Kinder kann man feststellen, dass sie in der einen Minute weinen, in der nächsten Minute lachen sie schon wieder. Die Emotionen fließen einfach durch sie hindurch. Aufgrund unserer Konditionierung, dass Emotionen nicht erwünscht sind, entwickeln wir Ängste  Emotionen zu fühlen.

Die Aufgabe unseres Verstandes ist es uns zu beschützen, uns Schmerz zu ersparen. Unser Verstand lenkt uns weg von allem was schmerzhaft ist. Das ist sein Job.

Wenn es schmerzhaft werden könnte, erzählt uns unser Verstand Geschichten, um uns davon abzulenken, einfach nur die rohe Emotion zu fühlen. Dies sind Geschichten wie z.B., wer uns was angetan hat, der Verstand wiederholt die Geschichte immer und immer wieder. Wir verbeißen uns in dieser Geschichte, bloß um nicht fühlen zu müssen. Folge dessen ist, dass wir uns in Gedankenschleifen festbeißen, uns schlecht fühlen und nicht weiterkommen und die Gefühle unterdrücken.

Wir sind irgendwann nicht mehr in der Lage die Emotionen durch uns hindurchfließen zu lassen, wie kleine Kinder dies tun.

 

Was passiert, wenn wir Gefühle unterdrücken?

Emotionen verschwinden nicht, wenn wir sie unterdrücken, sie werden im Körpergewebe als Zellerinnerung gespeichert. Unterdrückt man Emotionen und Gefühle über einen langen Zeitraum, kann dies Beschwerden und Krankheiten auslösen, wie Studien inzwischen belegen.

Wir können nicht selektiv eine oder bestimmte Emotionen und Gefühle wie Angst, Wut, Scham usw. unterdrücken und die „positiven“ Emotionen und Gefühle zulassen. Dies funktioniert leider nicht. Fangen wir an bestimmte Emotionen zu unterdrücken, weil wir so konditioniert werden, unterdrücken wir damit automatisch auch alle anderen Emotionen.

 

Wenn wir Gefühle unterdrücken legt sich eine Decke über alles

Man kann es sich so vorstellen, dass sich eine Decke über die Emotionen legt. Man nimmt nur noch alles gedämpft war. Man empfindet zwar keine Angst, weil man sie unterdrückt hat, aber man kann auch keine Freude, Liebe usw. mehr richtig wahrnehmen.

Gefühle zu unterdrücken wirkt sich dies auf das gesamte Leben aus. Gefühle unterdrücken kostet sehr viel Energie. Man ist erschöpft, ohne etwas getan zu haben. Wenn wir Gefühle unterdrücken verlieren wir die Anbindung an uns selbst, den Kontakt zu unserem innersten Wesen. Man kann während des Gefühle unterdrückens hervorragend funktionieren, aber die Tiefe und die Schönheit des Lebens fehlt einfach.

 

Welche Strategie benutzen Sie zum Verdrängen Ihrer Emotionen?

Wir entwickeln Strategien, um unsere starken Emotionen um keinen Preis fühlen zu müssen. Je nach Typ können dies verschiedene Strategien sein.

Welche Strategie nutzen Sie, um Ihre starken Gefühle zu unterdrücken? Um sie auf keinen Fall fühlen zu müssen?

  • Facebook?
  • Netflix oder Fernsehen?
  • Arbeiten?
  • Alkohol?
  • Rauchen?
  • Essen?
  • Schlafen?
  • übermäßige Aktivitäten?

 

Warum kann es helfen, die unterdrückten Emotionen zu befreien?

Jedem Verhalten liegt vorgelagert eine Emotion zugrunde. Wenn wir Gefühle unterdrücken entwickeln wir ein anderes Verhalten als wenn wir die Emotionen offen fühlen und zulassen können.

Wenn der Hauptzweck unseres Handels dem Vermeiden des Fühlens von Emotionen dient, tun wir möglicherweise Dinge, die wir eigentlich nicht tun wollen oder wir machen etwas nicht, das wir so gerne machen würden.

Wenn wir unsere Emotionen und Gefühle wieder zulassen, können wir aus unseren Mustern ausbrechen und diese hinter uns lassen. Dann benötigen wir die o.g. Strategien zum Unterdrücken der Emotionen nicht mehr.

Die Energie, die wir benötigt haben, um die Gefühle zu unterdrücken, steht uns nun wieder frei zur Verfügung. Wir fühlen uns wieder lebendig. Frei.

Wenn wir das Fühlen der Emotionen wieder zulassen gehen wir zum Einen anders mit uns selbst um und damit automatisch mit anderen.

 

Wie erkennt man, ob man Emotionen unterdrückt?

Werden Sie oft von Situationen oder anderen Menschen angetriggert? Oder haben Sie das Gefühl manchmal wie auf Autopilot zu sein?

Wenn Sie diese Fragen bejahren konnten, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Sie Gefühle unterdrücken.

Wenn wir uns von anderen Menschen getriggert fühlen, z.B. vom Chef, der Schwiegermutter, dem Nachbarn etc. und wir uns ärgern, bedeutet dies, dass der Ärger (oder jegliche andere Emotion) bereits in uns gespeichert war. Der Mensch, der uns „triggert“ berührt lediglich die in uns gespeicherte Emotion wieder, holt sie aus dem Verborgenen wieder hervor. Weil wir nicht wissen, dass wir die Emotion unterdrückt haben, machen wir die andere Person oder die Situation dafür verantwortlich, wie wir uns gerade fühlen und erzählen uns Geschichten dazu.

Wenn wir Emotionen auf gesunde Weise fühlen können, können andere Menschen uns nicht mehr triggern. Wir fühlen einfach die Emotion und fertig.

Wie weiter oben bereits erwähnt, liegt jeglichem Verhalten eine Emotion zu grunde. Wenn wir unbewusst handeln und unsere Gefühle unterdrücken, richten wir unser Verhalten danach aus, möglichst wenig Schmerz zu erfahren. Dies bedeutet, wir verhalten uns auf eine Art und Weise, wir wir uns vielleicht gar nicht verhalten wollen oder machen Dinge nicht, die wir gerne machen wollen. Nur um nicht Gefühle zu unterdrücken, die wir nicht fühlen wollen.

Wie kommt man vom Verdrängen der Emotionen wieder zum Fühlen und Zulassen?

Wenn wir aus unserem Kopf wieder in unser Herz gehen und spüren was unser Körper fühlt. Nicht was wir denken, was er jetzt fühlen könnte. Fühlen welche Körpersensation jetzt gerade hier ist. Wahrnehmen.

Was ist gerade hier? Jetzt.

Still werden.

Was fühlen Sie gerade in diesem Moment in Ihrem Körper?

An welcher Stelle in Ihrem Körper fühlen Sie dies?

Jede Emotion geht mit bestimmten Körpersensationen einher. Wenn diese Körpersensationen nicht wären, wie wüssten wir dann was wir fühlen?

Mit dieser Spürübung kann man anfangen, sich wieder mit  seinen Emotionen anzufreunden.

Gerne unterstütze ich Sie bei Ihrer Befreiung mit der tiefgreifenden Journey®-Methode um emotionalen Schmerz loszulassen, Emotionen wieder fühlen lernen, sich wieder spüren lernen, sich und anderen vergeben.

Weitere Informationen zur Befreiung mit THE JOURNEY® finden Sie bei Emotional-Release-Therapie und The Journey® oder rufen Sie mich gerne an.

Emotionen werden als Zellerinnerung im Körper gespeichert