Wie hängt das Unterdrücken von Emotionen mit Depression und Burnout zusammen?

Im nachfolgenden Artikel gehe ich auf mögliche Zusammenhänge zwischen dem Unterdrücken von Emotionen und Depression und Burnout ein.

Die Anzahl der an Depression Erkrankten nimmt stetig zu. Wie kommt es dazu, dass Depressionen und der Verbrauch der Antidepressiva in unserer Gesellschaft mehr und mehr zunehmen?

Emotionen sind Energie in Bewegung (e-motion = energy in motion), die individuelle Körpersensationen hervorruft. Angst fühlt sich anders an als Wut, Trauer oder Scham.

Die Natur der Emotion ist, einfach binnen weniger Minuten durch den Körper zu fließen, wie wir das bei kleinen Kindern beobachten können. In dieser Minute weinen sie, in der nächsten Minute lachen sie schon wieder.

Wir wurden in unserer Erziehung, von unseren Eltern, der Gesellschaft, im Kindergarten, der Schule, Freunden jedoch häufig konditioniert, unsere Gefühle zu unterdrücken. Wir lernen schon als Kinder, dass es entweder nicht erwünscht ist bestimmte Gefühle zu zeigen, wie z.B. Ärger oder Wut oder dass es als Schwäche von anderen angesehen wird, wenn wir bestimmte Gefühle zeigen, wie z.B. Traurigkeit, Scham.

So fängt die Konditionierung an, wir bilden tief verwurzelte Überzeugungen im Zusammenhang mit dem Fühlen von Emotionen. Welche Emotionen sind erwünscht und welche nicht erwünscht.

Viele Menschen entwickeln sogar Ängste vor dem Fühlen von tiefen Emotionen. Dies führt dazu, dass wir Emotionen mehr und mehr unterdrücken, über Jahre, Jahrzehnte.

Wir können Emotionen jedoch nicht selektiv unterdrücken. Wir können nicht Wut unterdrücken und Freude zulassen. Wenn wir anfangen eine oder wenige Emotionen zu unterdrücken, unterdrücken wir alle Emotionen. Bildlich kann man sich vorstellen, als würde eine Decke über alle Emotionen gelegt.

Diese Decke ist nichts anderes als ein Schutz, ein Schutz, der uns davor bewahrt, schmerzhafte Emotionen fühlen zu müssen. Wir haben uns diesen Schutz zugelegt, weil wir im Moment des Geschehens überfordert waren, die Emotion zu fühlen.

Wir legen uns Gewohnheiten und Strategien zu, diese von uns als angsteinflößend oder zumindest als unangenehm deklarierten Emotionen auf keinen Fall fühlen zu müssen.
Die Aufgabe unseres Verstandes ist es uns zu schützen, uns von Leid und Schmerz fernzuhalten. Auf diese Weise manipulieren wir uns weiter und weiter, indem wir uns Geschichten erzählen und dadurch die Emotionen immer weiter und öfter unterdrücken.

Das Problem hieran ist, dass wir die Emotion mit einer Geschichte verbunden haben. Diese Geschichte erzählen wir uns wieder und wieder. Deswegen empfinden wir die Emotion als schmerzhaft. Denn wenn wir die Geschichte immer wieder und wieder widerkäuen, bleibt diese negative Stimmung bei uns.

Wenn wir Emotionen unterdrücken, fangen wir an den Kontakt zu uns zu verlieren. Wir werden taub, stumpfen ab. Freudlosigkeit wird als eines der Hauptsymptome der Depression beschrieben. Das Unterdrücken der Emotionen kostet enorme Mengen an Energie, ein weiteres Symptom der Depression, Erschöpfung.

Es geht nicht darum Emotionen auszuagieren, zu schreien, auf ein Kissen einzuschlagen. Man kann hervorragend auf ein Kissen einschlagen, aber trotzdem das Fühlen der Emotion unterdrücken.

Es geht darum, die Emotion wieder zu fühlen, die Emotion als das wahrzunehmen was sie ist: E-motion, energy in motion d.h. Energie in Bewegung.

Wenn wir die Emotion von der Geschichte trennen, dann kann die Emotion in einfacher und schneller Weise durch den Körper fließen und wir lernen wieder, dass Emotionen nicht gefährlich oder angsteinflößend sind, dass wir die Emotion überleben können, und dass wir wieder in Kontakt mit uns kommen können.